Presseerklärung vom 12.9.09:
Wachstum ohne Ende?
Die ödp Schleißheim sieht die raumplanerische Entwicklung
Unterschleißheims auf Abwegen
Zusammen mit der Gemeinde Eching wird derzeit
intensiv daran gearbeitet, ein Thermalbad am
Hollerner See zu realisieren, obwohl damit das
Landschaftsschutzgebiet "Freisinger Moos und
Echinger Gfield" beeinträchtigt wird, wie der
Erläuterungsbericht des Zweckverbandes, der zur
Realisierung des Projektes ins Leben gerufen wurde,
in Punkt 4.3.3. einräumt. Nach der
Schutzverordnung dieses Landschaftsschutzgebietes
sind Veränderungen verboten, die geeignet sind,
die Natur zu schädigen, den Naturgenuss zu
beeinträchtigen oder das Landschaftsbild zu
verunstalten.
Aber nicht nur das
Landschaftsschutzgebiet wird beeinträchtigt.
Die von der Bezirksregierung für das Thermengroßprojekt
geforderte eingebettete Lage ist am Hollerner See
nicht gegeben. Aber statt konsequenterweise das
Projekt ad acta zu legen, hat man sich in Eching und
Unterschleißheim darauf geeinigt, die nicht
vorhandene integrierte Lage durch die Ausweisung
neuer Wohn- und Gewerbeflächen herbeizuplanen.
Darüber hinaus wird zwar formal der in der
Regionalplanung ausgewiesene Grünzug
"Grüngürtel München-Nord/Heideflächen
und Trockenwälder München-Nord" durch
die Therme "nur" am Rand beeinträchtigt,
aber das Riesenvorhaben zeigt dennoch die
verschobene Perspektive: Im Teilraumgutachten
"Gutachten Münchener Norden" aus dem Jahr 1988
war noch festgehalten: "Die große
räumliche Zäsur zwischen Eching und
Unterschleißheim stellt ein wesentliches
Element der räumlichen Gliederung dar und
muss unbedingt aufrecht erhalten werden."
Schließlich ist das Projekt auch wegen des
hierfür notwendigen erheblichen Eingriffs
in das für Thermalbadzwecke zu entnehmende
Tiefengrundwasser abzulehnen. Nach den
wasserwirtschaftlichen Zielen des bayerischen
Landesentwicklungsprogramms soll Tiefengrundwasser,
das sich nur langsam erneuert, besonders geschont
werden.
Auch die angedachten Baugrundausweisungen des neuen
Flächennutzungsplanes am Südrand von
Unterschleißheim verletzen übergeordnete
Raumplanungsgesichtspunkte. Im Regionalplan ist
hier ein Trenngrün vorgesehen, das das
Entstehen großflächiger und bandartiger
Siedlungsstrukturen vermeiden und die
Freiflächen zwischen aufeinander zuwachsenden
Siedlungseinheiten erhalten und sichern soll.
Dieses Trenngrün wird von den Planungen
stellenweise bis an die Gemeindegrenze zu
Oberschleißheim hin überbaut, so dass
es dann Oberschleißheim überlassen bliebe,
den Trenngrün-Rest auf seinem Gebiet zu sichern.
Die ödp Schleißheim distanziert sich in
aller Form von all diesen Planungen, die die
Flächenversiegelung und letztlich - so
ihre Befürchtung - die Entstehung von
Siedlungsbändern vorantreiben. Sie lassen sich
nicht mit dem Wahlprogramm vereinen, mit dem die
ödp 2008 zur Kommunalwahl angetreten ist:
"Unterschleißheim hat kaum mehr bebaubare Flächen.
Bei der Fortschreibung des Flächennutzungsplanes
muss daher aus unserer Sicht eine maßvolle
Nachverdichtung vor der Ausweisung neuer Baugebiete stehen.
Auch künftige Generationen sollen noch
Gestaltungsmöglichkeiten haben."
Bürger, die die Bedenken der ödp teilen,
rufen die Ökodemokraten dazu auf, sich in die
Unterschriftenlisten der örtlichen Bürgerinitiativen
bzw. des Bund Naturschutz einzutragen. Hinweise dazu auf der
ödp-Homepage: www.muenchen-land.oedp.de .